Land der Kulturen

Eine interaktive Ausstellung von Geflüchteten

Wie fühlst Du Dich,
… wenn Du plötzlich DER/DIE FREMDE bist?
… wenn Dich keiner VERSTEHT?
… wenn Du die Regeln einer KULTUR nicht kennst?

FINDE ES HERAUS!

Hintergrund:
Die interaktive Ausstellung Land der Kulturen ist kein Projekt FÜR, sondern eine Initiative VON Menschen mit Fluchterfahrung. 
2017 hat eine Gruppe syrischer Geflüchteter gemeinsam mit Fachleuten diese Ausstellung entwickelt, die ihre Erfahrungen in einem fremden Land widerspiegelt: Sprach-Barrieren, kulturelle Unterschiede, Frustration und soziale Isolation. Aber genauso auch absurd-komische Momente. Das Ziel der jungen Geflüchteten: In Dialog mit den Menschen vor Ort kommen. In intensiver Arbeit entstand ein interaktiver Parcours in arabischer Sprache mit 10 Stationen, der bei den Besucher:innen für nachhaltige Erfahrungen sorgt und durch Bayern und deutschlandweit tourt. 

Ziele des Projekts:
Das Projekt soll problematischen Entwicklungen in der Gesellschaft entgegensteuern:

  • Ablehnende Haltung gegenüber Geflüchteten (Stigmatisierung und Stereotypisierung als Gruppe)
  • unbewussten Vorurteile, Berührungsängste, mangelnder Geduld bis hin zu explizitem Rassismus 

Diese Ziele verfolgen wir mit einem aktiven Rollentausch und mit einem durchdachten Angebot zum Perspektivwechsel.

Multiplikator:innen
Wir wollen bundesweit junge Menschen und die breite Bevölkerung als wichtige Multiplikator:innen erreichen und ihnen ein tieferes Verständnis für – und bessere Einblicke in – eine oftmals medial verzerrt dargestellte soziokulturelle und emotionale Lage von Menschen nach der Flucht ermöglichen. Wir wollen Verständnis schaffen, Ängste und Vorurteile abbauen, Rassismus entgegenwirken, und aufzeigen, dass Integration gar nicht so einfach ist. Es ist an der Zeit, Geflüchteten* nicht ausschließlich als traumatisierten Schutzbedürftigen zu begegnen. Aus ihrem persönlichen soziokulturellen Hintergrund heraus entwickeln und vermitteln sie die Inhalte des Projekts. Sie setzen ihre Fähigkeiten eigenständig, kreativ und vor allem selbstverantwortlich und sind damit aktiv in den Integrationsprozess und die interkulturelle Völkerverständigung eingebunden. Denn Verständigung ist keine Einbahnstraße. Das Resultat ist Partizipation auf Augenhöhe und gesellschaftliche Teilhabe. Nur durch ihre aktive Rolle in der Gestaltung des Projektes ist es möglich, Verständnis für die Situation von Geflüchteten zu schaffen. Unsere neuzugewanderten Team-Mitglieder können durch die Ausstellung “Land der Kulturen” in langfristig angelegter, vergüteter Projektarbeit unmittelbare Kontakte zu Bürger:innen knüpfen, von ihren Emotionen, Erfahrungen und gerade auch der Schönheit ihrer Länder und Kulturen berichten – jenseits der allgegenwärtigen medialen Bilder von Gewalt, Unterdrückung, Krieg und Flucht.

Inhalte:
Die Teilnehmer:innen werden an Spielstationen vor realistische Aufgaben und Herausforderungen gestellt, die sie allein oder in Gruppen (je nach Setting) lösen: Formulare ausfüllen. Sich im öffentlichen Verkehrsnetz zurechtfinden. Einkaufen. Gespräche führen. Alles eigentlich kein Problem – wenn nur die unbekannte Schrift und Form nicht wäre. Die interaktiven Simulationen und multimedialen Spiele schaffen die Möglichkeit, sich für eine kurze Zeit in die Lage Neuzugewanderter hineinzuversetzen und eine vielleicht unbekannte Perspektive einzunehmen. Geschulte Vielfaltsmoderator:innen mit eigener Fluchterfahrung betreuen die Ausstellung und stehen den Besucher:innen zu Seite, sodass Gespräche und reger Austausch stattfinden. Denn: Gerade der Dialog von Mensch zu Mensch schafft Verständnis füreinander. Die Ausstellung ist für so manche:n ein echter Augenöffner und ermöglicht das Bewusstwerden für andere Lebensrealitäten und die eigene Wahrnehmung.

Wirkung:
Integration wird durch diesen Rollentausch auf die nächste Stufe gehoben und gesellschaftliche Teilhabe erreicht. Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung arbeiten hier kreativ und selbstverantwortlich und bringen sich aktiv in die interkulturelle Völkerverständigung ein. Die Teilnehmenden verstehen, dass es wichtig ist, selbst in den Dialog zu treten und nicht nur vorgefertigte Meinungen zu übernehmen. Durch die eigene Erfahrung kann Empathie für die Situation von Randgruppen und Minoritäten entstehen. Denn der Perspektivwechsel betrifft natürlich nicht nur die Gruppe der Geflüchteten. Eine abwehrende Haltung entsteht durch Unkenntnis und Angst vor Fremden. Sobald diese Angst genommen werden kann, durch direkten Kontakt und Dialog, werden auch die Grundlagen für Vorurteile und Rassismus geschwächt. Somit stärkt die Ausstellung die demokratischen Werte, deren Basis Toleranz und Offenheit sind.

Veranstaltungsformate:
Land der Kulturen kann einen Tag bis zu mehreren Wochen gebucht werden. Als Einzelausstellung oder im Rahmen von Themenwochen (z.B. Interkulturelle Wochen gegen Rassismus). An Schulen, in öffentlichen Einrichtungen wie Bibliotheken und Volkshochschulen und anderen Einrichtungen. Überall dort wo Bildung und Dialog gefragt sind! Gruppentermine mit Vielfaltsmoderator:innen dauern ca. 90 Minuten. Die Ausstellung kann jedoch auch für sich stehen, da alle Anleitungen und Erklärungen integriert sind. Im Rahmen von Covid 19 wurde der Parcours weitgehend digitalisiert, d.h. die Aufgaben sind via Tablets bzw. via QR-Codes am eigenen Smartphones zu lösen

Zielgruppen:
Die Zielgruppe von „Land der Kulturen“ sind Menschen aller Altersgruppen, denn Perspektivwechsel als Mittel zum demokratischen Dialog kann überall stattfinden. Besonders gut geeignet ist die Ausstellung für Schüler:innen ab der 7. Jahrgangsstufe bis zur Oberstufe/Berufsschüler:innen. 

Kurz die Fakten:
10 Stationen (autark; benötigen keinen
Stromanschluss). Platzbedarf: mindestens 30 m². Altersgruppe: junge
Menschen (Schüler:innen ab der 7. Klasse bis zur Oberstufe) und
Erwachsene. Dauer der Führung: 60 – 90 Minuten (Einführung, Aktion an
den Stationen, Feedbackrunde, Zeit und Raum für Fragen). Die Ausstellung
kann auch ohne Führung gezeigt werden.

 

Das sagen andere über „Land der Kulturen“
„Die Ausstellung ‚Land der Kulturen‘ geht unter die Haut: Wie fühlt es sich an, in einem Land gestrandet zu sein, dessen Sprache, Symbole und Zeichen man nicht versteht? Das macht die interaktive Ausstellung unmittelbar erfahrbar. Jugendliche verlieren sofort ihre Berührungsängste, tauchen ein in die Suche nach Wegen und Richtungen (z.B. auf Fahrplänen), nach Bedeutungen und Aussagen (z.B. von Anweisungen und Regeln) oder lernen zu begreifen, dass es einfach andere Perspektiven auf ein- und dieselbe Sache gibt. Die hervorragend konzipierte Ausstellung passt auch in ein etwas größeres Klassenzimmer, wird einfühlsam von Menschen mit einschlägigen Erfahrungen betreut und ist durch ‚BrückenBauen‘ perfekt organisatorisch begleitet. Ein Muss für jede Schule, Jugend- und Kultureinrichtung, aber auch äußerst lehrreich für jeden erwachsenen Menschen.“ (Schule in Neumarkt i.d. Oberpfalz)

 

Bei Interesse an der Ausstellung, egal ob als Kommune, Schule oder andere Institution, kontaktieren Sie uns gerne!

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Ansprechpartnerin:
Isabelle Hetschko
Projektleitung „Land der Kulturen“ Kontakt: isabelle.hetschko@gemeinsam-bruecken-bauen.de

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