KULTURMODERATION

Qualifizierung zu Vielfaltsmoderator:innen

Nachdem wir die letzten Jahre unseren Fokus auf der Referent:innen-Qualifizierung legten, haben wir uns dieses Jahr auf den zweiten Schritt weiter ausgebaut: Unsere Multiplikator:innen haben in Trainerteams Projekte durchgeführt und so ihr Wissen an die Gesellschaft weitergegeben.

Das leistet BrückenBauen mit Mitwirkenden aus seinem Vielfaltsnetzwerk, teilweise mit Menschen die selbst Flucht- und Migrationserfahrungen haben und in Workshops zu Teamer:innen ausgebildet wurden. 

Neben den Präventions- und Beratungsangeboten, setzen wir uns insbesondere für die Themen Diversity, Vielfaltsreflektiertheit, gesellschaftlicher Dialog rassismuskritische Bildung ein.

In diesem Jahr haben wir unsere Qualifizierung zu Vielfaltsmoderator:innen nachhaltiger und partizipativer gestaltet. Denn es geht nicht nur darum, Multiplikator:innen zu gewinnen, sondern Referent:innen auszubilden, die nach ihrer Qualifizierung aktiv werden, ihre Fähigkeiten weitergeben und andere Menschen stärken und motivieren. So haben wir zwei neue Modelle der Qualifizierung erarbeitet, die jeweils aus vier Tagen bestehen, also je einen Tag mehr als bisher.  In der ersten Version werden eigene Projekte in die Qualifizierung eingebunden. Dafür sollen die Kandidat:innen bereits in ihrer Bewerbung eine eigene Projektidee vorstellen. Die andere Version beinhaltet eine thematischen Schwerpunkt, aufgehängt an den Themen unserer Projekte.

Ablauf der Qualifizierung:

Die Ausbildung setzt sich aus vier Tagen zusammen: Am ersten Tag findet das so genannte „Interkulturelle Deutschland Training“ statt. Dabei geht es um den allgemeinen Kultur-Begriff, was von den Teilnehmenden als „typisch deutsch“ wahrgenommen wird, aber auch im Vergleich dazu, was die Kulturen der Teilnehmenden ausmacht.

Am zweiten Tag findet eine Einführung ins Projektmanagement statt. Der dritte Tag widmet sich dem Thema „Kultursensibles Dolmetschen“. Der vierte und letzte Tag befasst sich mit den Themen Präsentieren, Moderieren und der professionellen Haltung als Dozent:in in der Arbeit mit Gruppen. Zwischen den einzelnen Modulen wird Zeit eingeplant: In diesen Zwischenphasen können die Teilnehmer:innen das bis dahin gelernte Wissen anwenden und an ihren Projekten arbeiten, wie z.B. einen Zeitplan erstellen und einen Förderantrag schreiben.
In der zweiten Version kommt neben den drei Tagen zum interkulturellen Training, kultursensiblen Dolmetschen und Präsentation und Moderation ein Tag zu dem jeweiligen Schwerpunkt – zum Beispiel zum Schulsystem oder Polizeiwesen – hinzu. 

Mit dieser Umstrukturierung kommen wir der Vision von BrückenBauen – Integration durch Partizipation – näher: Unsere aktuellen Projekte sind aus Ideen von Referent:innen entstanden. Deshalb sehen wir in dieser Richtung die Möglichkeit, Eigeninitiative und Einbindung der Referent:innen zu intensivieren. Die Absolvent:innen werden während der Qualifizierung für die Projektarbeit qualifiziert und haben bereits angefangen an ihrem Projekt zu arbeiten. Nach der Ausbildung können die Projekte dann mit unseren Projektkoordinator:innen weitergeplant und in multikulturellen Teams mit den ausgebildeten Trainer:innen durchgeführt werden. Somit wird der Pool an multikulturellen Trainer:innenteams ausgebaut und die ausgebildeten Referent:innen können besser und aktiver in die Organisation eingebunden werden.
Kooperationen im jeweiligen Schwerpunktbereich bieten den Teilnehmer:innen im Anschluss feste Tätigkeitsmöglichkeiten – entweder als interne Mitarbeiter:innen oder als externe Referent:innen. So wird die Qualifizierung für die Referent:innen interessanter, nachhaltiger und gesellschaftlich wirkungsvoller.

Beispiel: Qualifizierung von Bildungslots:innen

 

Eine Kandidat:innengruppe wurde z.B. 2019 zu Vielfaltsmoderator:innen mit dem Schwerpunkt Schulsystem ausgebildet. Im November startete die Qualifizierung zu „Bildungslots:innen“ . Sie fand an drei Samstagen statt. Sie erfolgte in Kooperation mit der Stadt Bamberg unter dem Titel „Eltern verstehen Schule“. 


Neben dem interkulturellen Training, dem kultursensiblen Dolmetschen sowie Präsentation und Moderation, beinhaltet die Qualifizierung Infos zum bayerischen Schulsystem mit Fokus auf die Grundschule. Besonders froh sind wir darüber, dass Teile des Trainings von zwei unseren erfahrenen Vielfaltsmoderatorinnen übernommen wurden. Halima, die bereits zahlreiche Elternworkshops durchgeführt hat, übernahm zusammen mit unserer Trainerin Julia das interkulturelle Training mit Schwerpunkt Bildungswesen/ und Schulsystem. Unsere Kulturmoderatorin Viorica, die ausgebildete Schauspielerin ist und bei vielen unserer Women Empowerment Projekte mit Übungen zum selbstsicheren Auftreten mitgewirkt hat, wird hat die Teilnehmenden im „Präsentieren und Moderieren“ trainiert. Den thematischen Schwerpunktteil zum bayerischen Schulsystem leitete eine Bildungsexpertin der Stadt Bamberg. 

Nach der Qualifizierung helfen die Bildungslots:innen, die alle selbst einen Migrationshintergrund haben, neuzugewanderten Eltern sich im deutschen Bildungssystem zurecht zu finden. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem Übersetzung und Vermittlung bei Elternabenden, Aufzeigen von Bildungswegen und Chancen sowie Aufklärung im Bereich kultureller Missverständnisse. Vor allem sollen sie in Gesprächen zwischen Eltern und Lehrkräften als kultursensible Dolmetscher:innen unterstützen. Die Einsätze der Kultur- und Sprachmittler:innen werden mit einem Honorar vergütet.

 

Unter dem Titel “Gemeinsam. Schule. Machen.” läuft das Projekt aktuell in München.

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