»Gemeinsam interkulturell stark« ist ein interkulturelles Präventionsprojekt, das BrückenBauen in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium München durchführt. Ziel des Projektes ist, bestehende Vorurteile und Berührungsängste zwischen Migrant*innen und Polizeibeamt*innen nachhaltig abzubauen. Gelingen soll dies durch ein gemeinsames Aktivwerden von Polizist*innen und Migrant*innen und durch die Unterstützung von Kulturmoderator*innen.

Das Problem:   Immer wieder kommt es zu schwierigen Situationen zwischen der Polizei und Mitbürger*innen mit Migrationshintergrund in München. Dies führt zu negativen Erlebnissen auf beiden Seiten und zu gegenseitigen Vorurteilen, die den Umgang mit Konfliktsituationen umso mehr belasten. Zudem haben viele Geflüchtete aufgrund von Angsterfahrungen in den Heimatländern ein Grundmisstrauen gegenüber der deutschen Exekutive. Gewalt und Kriminalität entwickeln sich zusehens zu einer ernsten Problematik. Dieser Umstand stellt eine große Herausforderung für die Präventionsarbeit dar.

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Unser Lösungsansatz:

Der gegenseitige Vertrauensaufbau kann nur gelingen, wenn sich Beamt*innen und Migrant*innen auf Augenhöhe begegnen und in einen Dialog treten. In gemeinsamer Arbeit sollen Lösungen für eine kultursensible Ausrichtung der polizeilichen Präventionsarbeitentstehen. 

Der Einsatz von Kulturmoderator*innen trägt dazu bei, den Dialog zwischen Polizeibeamt*innen und Geflüchteten zu fördern und Konfliktpotenziale abzubauen.

      Aufgaben des Projekts:

  • interkulturelle Öffnung der Polizeiarbeit
  • Qualifizierung von Kulturmoderator*innen mit Migrationsgeschichte im Bereich »Polizeiarbeit«
  • Leuchtturmprojekt für gelebte Integration durch Teams von Kulturmoderator*innen und Polizeibeamt*innen
  • Moderierter Dialog auf Augenhöhe zwischen Beamt*innen und Geflüchteten

Die drei Teile des Projekts:

»Gemeinsam interkulturell stark« beinhaltet drei Projektschritte. Bis zum Jahresende 2020 werden werden alle drei Teile abgeschlossen sein:

  • Qualifizierung der Kulturmoderator*innen
  • Interkulturelle Schulung von Beamt*innen
  • Durchführung einer Team-Building-Veranstaltung, bei der Kulturmoderator*innen und Integrationsbeamt*innen gemeinsam ihre Zusammenarbeit für die Förderung der polizeilichen Präventionsarbeit planen.

Nach Beendigung der dritten Phase stehen Kulturmoderator*innen und Integrationsbeamt*innen laufend in gegenseitigem Austausch.

Kulturmoderator*innen-Qualifizierung:  BrückenBauen bildet im Rahmen des Projekts Kulturmoderator*innen mit Schwerpunkt Polizeiarbeit aus. Unsere Kulturmoderator*innen sind Mitbürger*innen mit Migrationshintergrund, die selbst Erfahrungen mit der Polizei in Deutschland gesammelt haben. Die Qualifizierung findet an insgesamt vier Terminen statt. Neben den Grundlagen der interkulturellen Kommunikation und einer Einführung in das kultursensible Dolmetschen sowie in das professionelle Moderieren von Workshops umfasst sie einen inhaltlich auf das Projekt zugeschnittenen Thementag zur Polizeiarbeit. Derzeit arbeiten wir mit Kulturmoderator*innen aus vier Kontinenten zusammen.

© Arif Abdullah Haidary

Zusammenarbeit: Kulturmoderator*innen und Polizeibeamt*innen entwickeln gemeinsam Lösungen für eine kultursensible Ausrichtung der polizeilichen Präventionsarbeit. Dabei bringen die Kulturmoderator*innen ihre eigenen Erfahrungen als Migrant*innen in Deutschland ein. Sie sind die »Brücken-Bauer« zwischen der Polizei und Geflüchteten.