Polizei und Geflüchtete — gemeinsam interkulturell stark!

Bisherige Hürden und Herausforderungen
So wie alle Anfänge ist auch der Start des Projekts „gemeinsam interkulturell stark“ herausfordernd. Schwierigkeiten ergaben sich zu Beginn beispielsweise durch Unsicherheiten auf Polizist:innen- und Migrant:innenseite. Wie muss ich auf mein Gegenüber zugehen? Wie kann unsere Teamarbeit am besten gelingen und was wird dabei von mir erwartet? Erfülle ich überhaupt alle nötigen Voraussetzungen? Und: Wie können wir Meinungsverschiedenheiten und Konflikte innerhalb des Teams auflösen? 

Tatsächlich hat sich in der Praxis gezeigt, dass Meinungskontroversen zwischen Beamt:innen und Migrant:innen anfänglich nicht zu unterschätzen waren. Diskutiert wurde u.a. über das Schlüsselthema Racial Profiling, aber auch über Handlungsweisen der Polizei im Allgemeinen, Stereotypisierung und vieles mehr.

Kulturmoderator:innen-Qualifikation
Zwischen Anfang September und Ende November 2020 fanden die ersten projektinternen Schulungen statt: die Qualifizierungen für Migrant:innen und Polizist:innen zu Kulturmoderator:innen. In mehreren Modulen erhielten die Teilnehmer:innen Einblicke in die interkulturelle Zusammenarbeit, insbesondere aber in Strategien für die Kooperation als gemischtes Team aus Beamt:innen und Migrant:innen. 

Team-Building-Tage, März 2021
An zwei an die Schulung anknüpfenden Team-Building-Tagen im März 2021 konnten sich die Kulturmoderator:innen miteinander vernetzen und erneut ins Gespräch gehen. Im Zuge des Team-Buildings ging es bereits um die ersten konkreten Vorbereitungsschritte für Präventivmaßnahmen in Unterkünften. Mit dabei waren außerdem Vertreter:innen von Münchner Gemeinschaftsunterkünften. Mit ihren Erfahrungen lieferten sie einen sehr wichtigen Beitrag zur Maßnahmenplanung von „gemeinsam interkulturell stark“. 

Aufgrund der Corona-Pandemie fanden die Team-Building-Tage online statt. Trotz allem wurde in den angebotenen Workshops sehr produktiv gearbeitet, sodass sich die Ergebnisse am Ende durchaus sehen lassen konnten. Der krönende Abschluss: Der Bayerische Innenminister und der Münchner Polizeipräsident wurden gegen Ende der Sitzungen höchstpersönlich zugeschaltet, um dem Projekt ihre Unterstützung auszusprechen – wenn das mal kein gelungener Veranstaltungsausklang für uns alle war. 

Praxis- und Vernetzungstag, September 2021
Die Durchführung von Präventionsworkshops in multikulturellen Teams wurde Ende September 2021 auf unserem Praxis- und Vernetzungstag eingeübt. An diesem Tag kamen unsere Kulturmoderator:innen, das Koordinationsteam von BrückenBauen und dem Polizeipräsidium, Unterkunftsverterter:innen, Vertreter:innen weiterer Bayerischer Polizeiverbände sowie Kooperationspartner:innen zusammen. Nach einer Einführung durch das Moderationsteam und einer Podiumsdiskussion zum Thema häusliche Gewalt ging es auch gleich los mit vier interaktiven Praxisworkshops. Die Workshops beschäftigten sich mit den Präventionsschwerpunkten Sucht, Zivilcourage und Verkehrssicherheit. Zusätzlich wurde ein Workshop zum Thema Rollentausch angeboten. Bei diesem gilt es, einen Perspektivwechsel zu erzielen, indem Beamt:innen und Zivilist:innen im Rahmen eines Improvisationsspiels ihre Rollen tauschen. 

Alle Workshops wurden von zwei- bis vierköpfigen Kulturmoderator:innen-Teams angeleitet. 

interkulturelle Team-Stammtische 
Im Juli und im Oktober 2021 organsierten wir je einen Kulturmoderator:innen-Stammtisch. Hier ging es in erster Linie um lockeres Beisammensein und um Erfahrungsaustausch. Im Juli konnten wir uns bei sommerlichen Temperaturen im Augustiner-Biergarten treffen.

Auch in späteren Etappen des Projekts kamen Herausforderungen auf uns zu. Besonders wenn es um die Organisation gemeinsamer Veranstaltungen ging, war es oftmals gar nicht so einfach, alle Teammitglieder zu erreichen. In puncto Zeitmanagement und dem Finden geeigneter Kommunikationswege haben wir im vergangenen Jahr einiges dazugelernt. 

Erfolgsgeschichten – gemeinsam stark
Besonders schön ist zu verfolgen, wie die Teams aus Beamt:innen und Migrant:innen mehr und mehr zusammenwachsen. Anfängliche Herausforderungen in Sachen Kommunikation und Planungsmanagement werden von beiden Seiten immer besser gemeistert. 

Auch hat sich gezeigt, dass die Motivation der Kulturmoderator:innen zur produktiven Zusammenarbeit über die Zeit hinweg stabil geblieben ist. Selbst während längerer Ruhephasen im Corona-Jahr 2021 sind unsere Kulturmoderator:innen dem Projekt treu geblieben und standen uns bei Bedarf stets – auch aufmunternd – zur Seite. 

Unser Projekt wächst: Aussicht und Planung
Für dieses Jahr gibt es an Ideen für den Ausbau unseres Projekts einiges zu verzeichnen. Zum einen soll unser Münchner Kulturmoderator:innen-Team noch weiter zusammenwachsen. Deshalb setzen wir in 2022 zahlreiche teamstärkende Freizeitaktivitäten an. Konkret geplant ist zum Beispiel die Beteiligung an gemeinsamen, interkulturellen Gruppenwanderungen von Geflüchteten und der Polizei, die regelmäßig vom Bellevue di Monaco organsiert werden. Außerdem möchten wir mit unserem Kulturmoderator:innen-Team in der diesjährigen “Internationalen Woche gegen Rassismus” aktiv werden. Das Polizeipräsidium hat bereits für einige gute Eventideen gesorgt: „BrückenBauen“ und das Kulturmoderator:innen-Team wird sich im Hof des Präsidiumsgebäudes mit dem Workshop “Zivilcourage” beteiligen – in einem echtem Linienbus der MVG! 

Außerdem soll zur Vergrößerung unseres Münchner Kulturmoderator:innen-Teams im frühen Sommer eine neue Gruppe aus Beamt:innen und Migrant:innen geschult werden. Das bestehende Team wird dabei eine Mentorenfunktion einnehmen und ihre eigenen gesammelten Erfahrungen weitergeben. 

Aber nicht nur am Pilotstandort München, auch in Augsburg und in mehreren oberfränkischen Städten soll es mit “Gemeinsam interkulturell stark” dieses Jahr so richtig losgehen. Ein ganz besonderes Highlight ist unsere Zusammenarbeit mit dem Augsburger Büro für gesellschaftliche Integration , das sich u.a. für den Austausch von Zivilgesellschaft und Exekutive einsetzt.

Sowohl in Augsburg als auch in Oberfranken sind neue Kulturmoderator:Innen-Teams im Aufbau. An beiden Standorten werden wir in den kommenden Monaten zwischen 10 und 20 Kulturmoderator:innen mit Polizei- und Migrationshintergrund schulen. Genau wie in München werden sich die frisch gebackenen Teamplayer:innen durch anschließende Vernetzungsangebote immer besser kennenlernen und zu starken Kooperationsteams zusammenwachsen.
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